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Renntag





Köln-Schuld-Frechen

Mein erstes Amateurrennen habe ich erfolgreich beendet, dass heißt ich bin angekommen.
Allerdings lief nicht alles wie geplant. Nachdem ich 1 Std. vor Rennbeginn in Frechen eintraf, musste ich erst ca. 45 Min. in einer Warteschlange verbringen um meine Startnummer samt Transponder abzuholen. Das totale Chaos, die Transponder lagen alle in einer großen Kiste und mussten bei jedem Teilnehmer mühsam mit der entsprechenden Nummer heraus gesucht werden, anstatt sie vorher direkt mit der Nummer zusammen zu sortieren. Nachdem ich schließlich 15 Min. vor dem Start alles ausgehändigt bekam, bin ich wie ein Verrückter mit dem Rad ca. 1 km zu meinem Auto gerast, habe mich umgezogen, die Nummer vorher befestigt, in der Hektik beinahe meine Trinkflaschen vergessen und bin dann wieder zum Start/Ziel, gefahren wo die Uhr auch schon herunter gezählt wurde. 10:24:57 Uhr. 3,2,1 Start zum 57. Köln-Schuld-Frechen Radrennen. Standzeit 3 Sekunden. Viele Fahrer werden es wohl nicht mehr rechtzeitig geschafft haben, da hinter mir noch ca. 30 Leute in der Schlange standen und auch vor mir noch etliche die wie ich noch nicht umgezogen waren. Die lange Wartezeit ist auch auf einige Fahrer zurückzuführen, die angeblich vom RC Adler eine Startberechtigung bekommen haben, aber nicht auf der Liste standen oder sich ummelden wollten.
Das eigentliche Rennen verlief suboptimal. Ich habe mich die ganze Zeit immer im Mittelfeld aufgehalten weil ich nicht wusste wie fit ich war. Die Anzahl der Fahrer schätze ich auf ca. 200, vielleicht auch mehr. Bei der großen Masse der Fahrer kam es auf den ersten Kilometern immer wieder zu heftigen Abbremsmanövern, die teilweise auch zu Stürzen führten. Einige mussten nach bereits einer viertel Stunde Profi spielen indem sie bei voller Fahrt versuchten auf dem Rad zu urinieren, was glaube ich nicht allen störungsfrei gelang.
Am Anstieg zur Bergwertung brach das Feld dann völlig auseinander und es entstand eine Spitzengruppe. Dahinter kamen dann viele kleinere Gruppen. Ich glaube zu den direkten Verfolgern gehörte meine Gruppe, weil irgend jemand brüllte, dass wir die gleich einholen. Ich hatte aber keinen genauen Überblick mehr, da meine hohe Herzfrequenz meine Denkleistung doch stark einschränkte und ich zu dem Zeitpunkt andere Sorgen hatte. Oben angekommen führte die Strecke dann über ein Hochplateau mit sehr starkem Seitenwind. Die Spitzengruppe war eine ganze Weile in Sichtweite, wir kamen aber trotz Windstaffel, welche aus Unvermögen einiger Fahrer nach kurzer Zeit immer wieder in sich zerbrach, nicht heran. Ich hatte anfangs teilweise richtig Probleme, in der Gruppe mitzuhalten und auch das Windstaffel fahren war für mich neu. Die Geschwindigkeit der Gruppe sank dann von Kilometer zu Kilometer so sehr, dass ich mich nach anfänglichem Zögern bei Kilometer 90 mit einem anderen Fahrer aufmachte um vielleicht auf eine schnellere Gruppe zu stoßen. Meinen Mitstreiter verlor ich bereits nach einigen Minuten, auch einen nächsten Fahrer, den ich aufsammelte verlor ich wieder bis ich nach ca. 10 km jemanden gefunden hatte, der alleine fuhr und auch noch etwas fitter als ich war. Wir fuhren dann schätzungsweise 20 km, immer in Sichtweite zu einer vor uns liegenden Gruppe, sehr harmonisch zusammen. Als wir die Gruppe schließlich eingeholten, versuchten wir beide nach einer kurzen Erholungsphase das Tempo in dieser noch zu erhöhen, was auch teilweise gelang, dann aber wie in der vorigen Gruppe von einigen Fahrern boykottiert wurde und somit scheiterte. Ca. 15 km vor dem Ziel schloss dann die Gruppe, welche ich bei Kilometer 90 verlassen hatte, auf unsere neue Gruppe auf. Ich hätte mir also die ganze Verfolgung alleine, bzw. zu zweit und der damit verbundenen Energie, sparen können. Von da an zählte ich die Kilometer auf meinem Tacho herunter und wäre wahrscheinlich auch nicht mehr in der Lage gewesen, eine Tempoverschärfung mitzugehen, da ich in der ganzen morgendlichen Hektik vorm Start und auch während des Rennens nicht genug gegessen hatte.
Während des Rennens hat sich übrigens die Lenkerklemmung etwas gelöst, worauf der Lenker einige cm nach unten rutschte und meine Sitzposition somit veränderte, wodurch mir der linke Fuß und die linke Hand einschlief. Egal, nächstes Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei, dann hoffentlich mit Mitstreitern aus dem RSV Aachen.
(01. April 2008, Daniel)

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