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Renntag





Mein erstes Mal - Sven fährt ein Amateurrennen

Nachdem mein Kumpel Daniel im vergangenen Jahr seinen Einstand bei den Amateuren gegeben hatte, wollte ich es jetzt auch probieren. Dazu hatte ich mir das gleiche Rennen ausgesucht, Köln-Schuld-Frechen, da dort nur eine lange Runde (160 km) gefahren wird, und ich auf die sonst im Amateur-Geschäft üblichen Rundenrennen a la 100x um den Kirchturm = 60 km mangels überragender Technik des im-Feld-Fahrens nicht so große Lust hatte. Ich war schon einige Jedermannrennen und Radmarathons gefahren, aber wie erwartet sollte das was ganz anderes werden.
Das zeigt sich schon am Zeitlimit, bei dem man aus dem Rennen genommen wird: zehn Minuten nach dem Hauptfeld ist man dran und landet im Bus. Bei den Jedermannrennen sind das eher zwei Stunden. Vorgewarnt von Daniels Erfahrungen vom letzten Jahr (wegen langer Wartezeit war er erst zum Schuss im Startbereich angekommen) waren wir diesmal früh genug bei der Startnummern- und Transponder-Ausgabe, sodass die Aktion recht stressfrei losging. Am Start standen gut 200 Fahrer, darunter fünf vom RSV. Auch recht übersichtlich gemessen an teilweise mehreren tausend Teilnehmnern bei Jedermannrennen.

Das Streckenprofil beginnt flach, steigt dann langsam an bis in der Mitte ein Berg von einigen Kilometern Länge die entscheidende Stelle des Rennens ausmacht. Danach geht es fast symmetrisch wieder bergab bis ins Ziel, allerdings ist der Wind hier nicht zu unterschätzen. Mein Ziel war es, die diversen Sprintwertungen auf der ersten Rennhälfte gut zu überstehen und möglichst ruhig vorn im Feld mitzufahren, um dann am Berg zu versuchen möglichst am Feld dranzubleiben.

Nach dem Start lief es auch zuerst ganz gut, allerdings funktionierte das mit dem vorne im Feld fahren nicht ganz so gut, sodass schon recht früh bei einer Tempoverschärfung das in Einerreihe fahrende Feld vor mir abriss und ich einige Minuten am Anschlag fahren musste, um die Lücke wieder zu schliessen. An der zweiten Sprintwertung in Euskirchen verschlief ein Streckenposten, uns den richtigen Weg zu weisen, sodass das halbe Feld an einer Abzweigung vorbei fuhr und wenden musste. Danach kam ich eigentlich ganz gut zurecht, die Anfangshektik hatte sich ein bisschen gelegt. Allerdings fing dann das Wetter an, uns mit Regen- und Hagelschauern zu ärgern.

An der Bergwertung angekommen gelang es mir nicht ganz, am Hauptfeld dran zu bleiben, oben angekommen hatte ich eine Lücke von 200 m vor mir. Da die Strecke dort voll im Wind liegt, befürchete ich schon das schlimmste. Glücklicherweise fuhr von hinten eine Gruppe von etwas 10 Leuten auf mich auf und nach einem längeren Kampf schafften wir tatsächlich wieder den Anschluss. Den größten Teil der zweiten Rennhälfte verbrachte ich dann im Feld, wobei es immer wieder durch Windkante-Fahren passierte, dass ich kleinere Löcher zufahren musste, was nach und nach immer schwieriger wurden. 20 km vor dem Ziel verlor ich dann den Anschluss und fuhr zuerst in einer Dreier-, später einer Zweiergruppe das Rennen zuende.

Glücklich im Ziel angekommen stellte ich fest, dass ich die gesamte Strecke nur eine Flasche ausgetrunken hatte und eine Banane gegessen - zu mehr war keine Zeit geblieben, zu viel Action. Von den Vereinskollegen hatte es einer geschafft, vorn im Hauptfeld anzukommen. Ich landete etwa auf Platz 50 von 75 Fahrern, die das Rennen beendeten. Einer hatte nach dem Berg nicht das Glück wie ich, mit einer Gruppe wieder ans Feld dranzukommen und war im Besenwagen gelandet, zwei andere waren schon nach wenigen Kilometern hinter einem Sturz zum Stehen gekommen und waren sofort abgehängt worden. Mein persönliches Fazit: Gute Taktik, schlechte Umsetzung. Oder vielleicht doch nicht genug Trainingskilometer?
(10. April 2009, Thorsten)

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