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Sechs Sportler des RSV Aachen haben die "Tour Transalp" überstanden

"Aufstehen, Essen, Radfahren, Essen, Schlafen, Aufstehen. So ein Radfahrerleben ist auf die Dauer schon recht stupide", sagt Daniel Rummler. Er hat gemeinsam mit fünf anderen Mitgliedern des Radsportvereins (RSV) Aachen an der "Tour Transalp" teilgenommen.

Thorsten Büker, Dominik Girschick, Jörg Heller, Chrit Jacquorie und Sven Lotze haben bei diesem Hobbyradrennen innerhalb von sieben Tagen die Alpen überquert und dabei 860 Kilometer zurückgelegt und etwa 18.000 Höhenmeter überwunden.

"Ich fand es total spannend, für eine Woche Radrennfahrer zu spielen", berichtet Jacquorie, "mit 1100 Fahrern aus aller Herren Länder abgesperrte Straßen entlang zu fahren, an denen wir vor allem in Italien von frenetischen Zuschauern angefeuert wurden. Das hat schon was. Das einzige, was ein wenig gestört hat, waren die Berge."

Dabei waren die Anstiege das kleinere Problem. Wegen des schlechten Wetters stellten die Abfahrten die weitaus größere Herausforderung dar. "Als wir das Timmelsjoch, den höchsten Punkt des Rennens, überquerten, lag die Temperatur bei drei Grad und es regnete. Dann fährt man da wieder runter, ist total durchgefroren, muss sich konzentrieren und hofft an jeder Kehre, dass die Bremsen richtig greifen", sagt Dominik Girschick, der die Alpenüberquerung bereits zum zweiten Mal absolvierte.

Überhaupt stehe die mentale Anstrengung der körperlichen Belastung in nichts nach. So berichtet Sven Lotze, dass man von dem genauen Streckenverlauf oder der schönen Landschaft so gut wie nichts mitbekommt.

"In den Anstiegen schaut man nur auf den Boden, um nicht sehen zu müssen wie weit es noch bis oben ist. Bei den Abfahrten ist man hochkonzentriert, um nicht zu stürzen und bei den Flachetappen fährt man mit 60 Stundenkilometern im Feld und muss ständig darauf achten, niemandem aufzufahren."
Insgesamt sind die Hobbyfahrer also recht froh, wieder in ihr normales Leben zurückzukehren und - anders als ein prominenter Mitstreiter - etwas anderes als Radfahren gelernt zu haben.

Im Starterfeld befand sich nämlich auch Matthias Kessler, der bereits dreimal an der Tour de France teilgenommen hat und derzeit eine zweijährige Dopingsperre verbüßt.
"Eigentlich ist es ein Unding, dass ein Fahrer, der im Profibereich wegen Dopings gesperrt ist, bei einem Jedermann-Rennen starten darf. Das führt den Grundgedanken einer solchen Veranstaltung ad absurdum", gibt Thorsten Büker zu Protokoll.

Dabei tröstete es die Aachener auch nicht, dass der Profi nur den 46. Platz der Gesamtwertung belegte und damit hinter dem besten Team des RSV ins Ziel kam.

Nach der Plackerei lassen es die Alpenüberquerer im Moment verständlicherweise etwas ruhiger angehen und ziehen das kühle Pils dem hochkalorischen Powergel vor.

Aber spätestens am nächsten Samstag treffen sie sich wieder zum Training am Westfriedhof um sich auf die kommenden Herausforderungen vorzubereiten.
(08. August 2008, Amien Idries, Aachener Nachrichten vom 7.8.2008)

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